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10 000 Euro Schaden: Fahrraddieb muss ein Jahr hinter Gitter !
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10 000 Euro Schaden: Fahrraddieb muss ein Jahr hinter Gitter !

Info: Quelle: hna.de

Fritzlar. Weil er Fahrräder im Wert von 10 000 Euro aus einem Homberger Geschäft gestohlen hatte, wurde ein 22-jähriger Mann aus Litauen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Im Namen des Volkes: Ein Jahr Haft ohne Bewährung spricht das Schöffengericht in Fritzlar gegen den Täter aus. Dem Litauer wurde Diebstahl in einem besonders schweren Fall nachgewiesen.

Mit zwei Kumpanen brach er im vergangenen Jahr in ein Homberger Fahrradgeschäft ein. Dazu schlug er mit einem Rohr ein Fenster im Obergeschoss ein, um dann die Tür von innen öffnen zu können.

Kameras zeichneten das Geschehen auf. Die Spurensicherung fand am Rohr die Fingerabdrücke des Täters. Da er sich an den Scherben verletzt hatte, gab es auch Blutspritzer. 20 bis 40 Räder wurden mit einem Kastenwagen abtransportiert. Der Schaden betrug 10 000 Euro.

„Laufbursche der anderen“ 

Zunächst konnte der junge Mann ausreisen. Er hatte 500 Euro für die Tatbeteiligung erhalten. Er sei der Laufbursche für die anderen gewesen, stellte das Gericht fest. Obwohl er geständig war und den Namen eines Mittäters nannte, konnten die beiden anderen bisher nicht gefasst werden.

Für einen weiteren Einbruch in ein Fahrradgeschäft in Melsungen fanden sich nicht genügend Beweise für eine Beteiligung. Nach Lage des Gesetzes erfolgte hier ein Freispruch. Aus den Akten des Gerichtes ging hervor, dass bereits im Jahr 2013 gegen den Täter verhandelt wurde. Er hatte in Österreich ein Navi gestohlen und Diesel abgesaugt. Ein Jahr und drei Monate auf Bewährung, lautete damals das Urteil.

Eigentlich habe das nichts mit der jetzigen Tat zu tun, meinte der Rechtsanwalt. „Nö“, erwiderte trocken die Staatsanwältin, „es ist schlimmer geworden“.

Fester Arbeitsplatz 

Da sein Mandant sich - trotz einer Dolmetscherin - selbst nicht äußern wollte, sprach der Anwalt vom Kind, das im Oktober zur Welt komme, vom festen Arbeitsplatz und der Mutter, die dem Händler 2000 Euro als Schadenersatz angeboten habe.

Doch die Staatsanwältin stellte fest, sie habe zu oft derartige Geschichten in ähnlichen Fällen gehört. Das sei alles nicht zu glauben. Seit einiger Zeit gebe es jedoch zwischen den Ländern schärfere Kontrollen, und so würden mehr Täter erwischt.

In der Urteilsbegründung hieß es, die Bewährung habe schon in Österreich keinen Sinn gehabt. Doch im Herbst hat der Verurteilte die Chance, von der Halbstrafenregelung Gebrauch zu machen. Wird er dann bei entsprechend guter Führung aus der Haft entlassen, kann er sofort ausreisen.


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