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Diebe haben E-Bikes im Visier
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Diebe haben E-Bikes im Visier

Info: Quelle: fnp.de

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Frankfurt ist bei Fahrraddieben ein beliebtes Pflaster. Rund 4000 Räder werden hier jedes Jahr geklaut. Darunter sind inzwischen immer mehr Elektrofahrräder. Für deren Besitzer ist der Verlust besonders ärgerlich, denn E-Bikes kosten oft mehrere tausend Euro.


„Reisende Täter haben es auf teure Räder abgesehen“: Thomas Schoemann bewahrt sichergestelltes Diebesgut im Keller des Polizeipräsidiums auf. Er leitet die Zentrale Ermittlungsgruppe Fahrrad.

Frankfurt. 

In einem langen, schmalen Kellerraum des Polizeipräsidiums reiht sich die Beute aneinander: sportliche Mountainbikes, modische Rennräder neben klassischen Herrenrädern mit Gepäckträger. „Das sind alles gestohlene Fahrräder, deren Besitzer wir noch nicht gefunden haben“, erklärt Thomas Schoemann. Rund 200 seien es derzeit.

Der Polizist leitet die 2013 gegründete Ermittlungsgruppe Fahrrad. Seitdem werden Raddiebstähle im Stadtgebiet zentral bearbeitet. Die einzelnen Polizeireviere geben entsprechende Fälle an Schoemann und seine fünf Kollegen weiter. Er hat deshalb einen guten Überblick darüber, wofür sich die Langfinger interessieren. „Aktuell geraten verstärkt sogenannte Pedelecs ins Visier der Fahrraddiebe“, sagt der Ermittler.

Diese Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor, im Volksmund auch ungenau E-Bikes genannt, werden nicht nur bei Frankfurter Radlern immer beliebter. Man braucht für sie wie bei einem normalen Rad keinen Helm und kein Nummernschild, kommt aber schneller und bequemer voran. Ihr Marktanteil steigt bundesweit. Durchschnittliche Modelle kosten 2000 Euro, es gibt aber auch deutlich teurere. Für Diebe daher eine lohnenswerte Beute.

Täter aus Südosteuropa

Offizielle Zahlen gibt es bisher nur für 2017. Von den 4219 im vergangenen Jahr in Frankfurt gestohlenen Fahrrädern waren 50 Pedelecs, das sind gut ein Prozent. „Wir gehen davon aus, dass dieser Anteil in diesem Jahr deutlich steigt“, sagt Schoemann. „Es gibt eine spezielle Tätergruppe, die sich zunehmend für Pedelecs interessiert.“ Der Polizeibeamte meint Fahrraddiebe, die aus dem Ausland kommen, häufig aus Südosteuropa.

Seine Ermittlungsgruppe unterscheidet drei Tätergruppen: Kinder und Jugendliche, die Fahrräder häufig als eine Art Mutprobe klauen. Drogenabhängige, denen es um das schnelle Geld geht und deren Raddiebstahl Teil der Beschaffungskriminalität ist. „Sie konzentrieren sich nicht auf hochwertige Fahrräder, sondern nehmen alles, was schlecht gesichert oder unabgeschlossen herumsteht“, sagt Schoemann. Die dritte Gruppe, die reisenden Täter, wählen hingegen gezielt teure Räder aus.
 

Kaum Spuren am Tatort

Die Aufklärungsquote ist bei Fahrraddiebstählen gering. Im vergangenen Jahr lag sie bei 7,4 Prozent. Bevor Schoemanns Gruppe gegründet wurde, lag sie bei drei Prozent. „Das Problem ist, dass es am Tatort meist keine Spuren gibt. Die Täter nehmen das aufgeknackte Schloss mit oder entsorgen es. Ohne Videoaufnahmen oder Zeugenbeobachtungen wird es schwierig, einen Dieb zu überführen“, sagt er.

Immer wieder kommt es vor, dass der frühere Besitzer sein geklautes Fahrrad in der Stadt wiederfindet. „Das erleben wir im Durchschnitt einmal die Woche“, sagt Schoemann. Der neue Besitzer hat das Gebrauchtrad im Internet oder auf Flohmärkten gekauft. Dass es sich um Diebesgut handelte wusste er nicht – oder wollte es nicht wissen.

In einem solchen Fall muss der rechtmäßige Eigentümer nachweisen, dass es sich um sein Fahrrad handelt. „Fotos und Originalrechnung sind dabei hilfreich. Noch besser ist eine Codierung“, rät Schoemann. Dabei wird mit Laserstrahlen ein Zahlencode tief in den Rahmen eingraviert. Die Frankfurter Polizei bietet immer wieder kostenlose Codier-Aktionen an.

Die Gravur-Nummer soll Diebe abschrecken und den Ermittlern die Arbeit erleichtern. Bei den rund 200 Fahrrädern im Keller des Polizeipräsidiums hätten es Schoemann und seine Kollegen dann deutlich einfacher, die ursprünglichen Besitzer ausfindig zu machen.

 


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